Am vergangenen Freitag fanden sich Interessierte zum Bürgerspaziergang in Arheilgen zusammen. Hildegard Förster-Heldmann, Landtagsabgeordnete und Sprecherin der GRÜNEN Darmstadt, hatte zu dem Rundgang geladen, um mit den Bürgerinnen und Bürgen vor Ort ins Gespräch zu kommen. Zusammen mit den Experten Anke Bosch sowie Thomas Knecht und dem Jagdpächter Max Götzfried, der einer persönlichen Einladung gefolgt war, entwickelte sich eine rege Diskussion und ein sehr offener Austausch.
Im Arheilger Mühlchen berichtete Anke Bosch über die Problematik durch die Blaualgen. Blaualgen mögen Sonneneinstrahlung, Wärme und stehende Gewässer und sind für Mensch und Tier gefährlich, sowohl das Verschlucken als auch durch den reinen Kontakt. Aktuell ist die Gefahr im Mühlchen aber gebannt. Nilgänse zeigten sich beim Besuch vor Ort und führten somit direkt zum nächsten Thema. In der Vergangenheit führte auch ihre Population schon zu Problemen, da die Tiere mit ihren Hinterlassenschaften die Umgebung verschmutzen. Teilweise wurden sie daraufhin abgeschossen. Wildschweine gibt es im Mühlchen aktuell keine. Ein massiver Zaun hindert am Eindringen.
Die Problematik rund um die Wildschweine beschäftigte die Teilnehmenden dann während des restlichen Rundgangs. Max Götzfried und Thomas Knecht erklärten, dass es durch den Klimawandel mehr Futter für die Wildschweine gibt – die Eichelmast, milde Winter und auch die veränderte Landwirtschaft aufgrund der nötigen Energiewende sorgen für veränderte und bessere Bedingungen für die Tiere. Zudem können sie sich in Arheilgen relativ geschützt fortbewegen. Jagdpächter Max Götzfried schlägt als Lösung für die Überpopulation daher „letale Vergrämung“ vor, was bedeutet, dass zwei oder drei Tiere an bestimmten Stellen geschossen werden und die restlichen Schweine so vertrieben werden. Zudem würden regelmäßige Pflegemaßnahmen, besonders am Rückhaltebecken, ebenfalls helfen, die Wildschweinplage einzudämmen. Hierfür zuständig ist der Abwasserverband Schwarzbach Ried. Pläne für entsprechende Pflegemaßnahmen wurden auch schon angeregt und sollen Ende des Jahres in Angriff genommen werden. Bernd Hassenzahl, einer der Teilnehmenden, bekräftigt an der Stelle, wie wichtig es sei, hier endlich ins Handeln zu kommen: „Ich setze mich schon seit längerem dafür ein, dass im Bereich des Rückhaltebeckens und auch an anderen Stellen Pflegemaßnahmen ergriffen werden. Ich bin zwar kein Fachmann, aber hier muss etwas passieren und ich werde mich weiter entsprechend dafür einsetzen.“
Hildegard Förster-Heldmann betont abschließend: „Ich konnte bei diesem Rundgang eine ganze Menge dazu lernen und kann die Problematik rund um die Wildschweinplage nun besser einordnen. Ziel ist es, die guten Voraussetzungen für die Wildschweinpopulation zu beenden. Ich danke unseren Experten Anke Bosch, Max Götzfried und Thomas Knecht für die Einordnung und das Wissen, dass sie uns allen in diesen zwei Stunden vermitteln konnten. Danke auch an all die interessierten Teilnehmenden, die mit ihren Fragen und Beiträgen zu einer lebhaften Diskussion entscheidend beigetragen haben. Am Ende des Jahres werden wir den Rundgang wiederholen und uns die einzelnen Maßnahmen konkret ansehen.“
