Der drohende Finanzierungsstopp für die Wallauer Spange ist ein Rückschritt für die Schiene. Das zentrale Schienenprojekt soll nicht nur Wiesbaden direkt an den Frankfurter Flughafen anbinden, sondern auch für Darmstadt deutlich schnellere und stabilere Verbindungen Richtung Wiesbaden schaffen – noch vor Fertigstellung der ICE-Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim.
„Für Darmstadt ist eine Verschiebung der Wallauer Spange ein massiver Rückschritt“, erklärt Hildegard Förster-Heldmann, Darmstädter Landtagsabgeordnete der GRÜNEN. „Unsere Stadt ist auf leistungsfähige Schienenverbindungen angewiesen – für Pendlerinnen und Pendler, Studierende, Beschäftigte und für eine klimafreundliche Mobilität insgesamt. Ohne zusätzliche Strecken bleiben wir weiter abhängig von einem überlasteten und störanfälligen Netz.“
„Die Bundesregierung bricht ihr Versprechen, baureife Schienenprojekte aus Mitteln des Sondervermögens umzusetzen“, erklärt Andreas Ewald, Landtagsabgeordneter der GRÜNEN aus Darmstadt. „Darmstadt braucht dringend eine schnellere und verlässlichere Verbindung nach Wiesbaden. Wir fordern Oberbürgermeister Benz und die Landesregierung auf, sich klar für eine Neupriorisierung dieser Projekte einzusetzen.“
Gerade die seit Jahren schlechte Betriebsqualität auf der RB75 zwischen Darmstadt, Mainz und Wiesbaden zeigt, wie dringend zusätzliche Infrastruktur gebraucht wird. Verspätungen, Zugausfälle und fehlende Ausweichrouten gehören für viele Fahrgäste zum Alltag. Die Wallauer Spange soll hier spürbare Entlastung bringen, Umleitungen bei Baustellen ermöglichen und die Anbindung Darmstadts an Wiesbaden und den Flughafen Frankfurt stabilisieren.
Nach Auskunft der Bundesregierung auf eine Anfrage der GRÜNEN im Bundestag fehlen dem Bund bis 2029 rund zwei Milliarden Euro für bereits geplante Bahnprojekte. Betroffen sind mehrere Vorhaben, darunter auch die Wallauer Spange.
